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Modellprojekt Krebssperren zum Schutz von Dohlenkrebs- und Steinkrebsbeständen

Förderprojekt

Modellprojekt Krebssperren zum Schutz von Dohlenkrebs- und Steinkrebsbeständen

Modellprojekt Krebssperren zum Schutz von Dohlenkrebs- und Steinkrebsbeständen

Die zunehmende Ausbreitung der aus Nordamerika stammenden invasiven und die Krebspest verbreitenden Signalkrebse stellt eine massive und irreversible Bedrohung für heimische Arten dar. Aus diesem Grund wurden erstmals in Baden-Württemberg „Krebssperren“, das heißt für Signalkrebse unpassierbare Querbauwerke in und am Gewässer, modellhaft umgesetzt, um der wachsenden Gefährdung heimischer Arten entgegenzuwirken. Die fachliche Begleitung erfolgte durch die Naturschutzverwaltung der Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg.

Zum Schutz des in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohten Dohlenkrebses und des stark gefährdeten Steinkrebses wurden für das vorliegende Projekt mehrere Gebiete des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 ausgewählt, das der Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten dient. Wesentliche Auswahlkriterien für die zu untersuchenden Bereiche waren sowohl das Vorkommen von Stein- oder Dohlenkrebsen als auch die aktuellen Ausbreitungsgrenzen von invasiven Flusskrebsen in Gewässern oder Gewässerabschnitten, die sich innerhalb der Natura 2000-Gebietskulisse befinden.

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Modellprojekt Krebssperren zum Schutz von Dohlenkrebs- und Steinkrebsbeständen

Im Jahr 2014 wurden 30 Bäche in 7 Gewässersystemen der Regierungsbezirke Karlsruhe und Freiburg für Voruntersuchungen ausgewählt. Jeweils wurde die Ausbreitungsgrenze der Signalkrebse erfasst und geeignete Standorte vorgeschlagen, die sich zur Einrichtung von Krebssperren zwischen den heimischen und invasiven Flusskrebsbeständen eignen. In Folge wurden 10 Krebssperren in 9 Gewässern errichtet.

Nach der ausführlichen Machbarkeitsprüfung einschließlich der Abstimmung mit allen Beteiligten und einer Ausführungsplanung wurde die Wirksamkeit der Anlagen überprüft (Evaluation) und Vorschläge zur Optimierung erarbeitet. Für jede Krebssperre wurde ein eigenes Pflegekonzept erstellt.

Die Evaluation der installierten Krebssperren ergab, dass 4 Bauwerke den aktuellen Anforderungen genügen und ein ausreichender Schutz gegen einwandernde Signalkrebse gegeben ist. Das Ergebnis der unzureichenden Bauwerkstandorte ergab, dass die Notwendigkeit einer Kombination aus Absturzblechen im Wasser und einem Fangzaun am Ufer in Zukunft bei allen zu erstellenden Krebssperren mit einbezogen werden sollte. Vor allem Landbarrieren müssten so gestaltet werden, dass über Land ankommende Signalkrebse zurück ins Wasser geleitet werden. Eine regelmäßige Wartung der Sperren ist notwendig.

Weitere Informationen finden Sie z.B. im gemeinsamen Flyer „Schutz heimischer Krebsarten“ der Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg.

Die durch das Modellprojekt gewonnenen Erfahrungen liefern für die Natura 2000-Managementplanung maßgebliche Impulse in Bezug auf den zukünftigen Umgang mit invasiven Signalkrebsen.

 

 

Bildnachweis im Hero:
C. Günter: Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes)

 


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